Gentechnik und Impfstoffe
Das Immunsystem
Du wurdest von einem Erkältungsvirus befallen und liegst nun krank im Bett. In solchen Fällen kommt das Immunsystem zum Zuge. Dieses besteht aus vielen verschiedenen weissen Blutzellen, die im ganzen Körper verteilt sind. Durch ein raffiniertes Zusammenspiel schaffen sie es, Krankheitserreger auszuschalten.
Das Immunsystem erkennt die Viren als Fremdlinge. Es produzieret Antikörper, die Eiweisse (Antigene) an der Viren-Oberfläche erkennen und sich daran festsetzen.
Die durch die Antikörper fixierten Viren werden schliesslich von bestimmten weissen Blutzellen (Makrophagen = Fresszellen) ‚aufgefressen’ und ‚verdaut’
Impfungen
Das Ziel von Impfungen ist es, sich vor Krankheitserregern zu schützen. Dabei gibt es zwei Arten von Impfstoffen:
- Aktive Impfung: Der Person werden abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger verabreicht. Diese lösen keine Krankheit aus, bewirken aber, dass das Immunsystem Antikörper gegen den Erreger bildet.
- Passive Impfung: Die Person wird direkt mit Antikörpern gegen den Erreger geimpft.
Für beide Impfvarianten gilt: Dank der Antikörper ist das Immunsystem bestens vorbereitet, sollte die geimpfte Person dann vom lebenden Erreger infiziert werden. So wird der Ausbruch der Krankheit verhindert.
Gentechnisch hergestellte Impfstoffe
Seit 1983 werden Impfstoffe auch in gentechnisch veränderten Bakterien und höheren Zellen hergestellt: Auf der Oberfläche von Krankheitserregern sind Eiweisse, gegen die das Immunsystem der infizierten Person Antikörper bildet. Mittels Gentechnik ist es möglich, die Gene dieser Oberflächen-Eiweissen auf Bakterien oder höhere Zellen zu übertragen, die dann das Eiweiss produzieren. Diese Eiweisse kann man dann als Impfstoffe einsetzen. Auf diese Weise wurde z.B. der Impfstoff gegen Hepatitis-B-Viren (Gelbsucht) hergestellt.
Wie man Zellen gentechnisch verändert und wie man dann die Eiweisse gewinnt erklären wir im Kapitel ‚menschliche Gene in Bakterien einschleusen’.
