Lexikoneinträge P–R
P
P.C.R.
Engl. Abkürzung für polymerase Chain reaction = Polymerase-Kettenreaktion. Methode, mit der ein bestimmter kurzer DNS-Abschnitt auf einer mehrere hunderttausend Bausteine langen DNS aufgespürt und millionenfach vervielfältigt werden kann (Kopieren von DNS).
Pestizid
Schädlingsbekämpfungsmittel.
Phänotyp
Gesamtheit der äusserlichen Merkmale eines Organismus wie Grösse, Augenfarbe, Blutgruppe etc. Wird vom Genotyp und der Umwelt bestimmt.
Pharming
Produktion von Enzymen und Arzneimitteln in gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren. Auch Farming genannt.
Plasmid
Kleine, ringförmige DNS, die bei vielen Bakterien nebst dem Chromosom vorkommt. Plasmide können sich unabhängig vom Bakterien-Chromosom vermehren. In der Gentechnik werden Plasmide häufig als Gen-Taxis eingesetzt.
Postnatal
Nach der Geburt. Unter postnataler (nachgeburtlicher) Diagnostik versteht man Untersuchungen, mit Hilfe deren gewisse Krankheiten beim neugeborenen oder beim erwachsenen Menschen nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können.
Pränatal
Vor der Geburt. Unter pränataler (vorgeburtlicher) Diagnostik versteht man Untersuchungen, mit Hilfe deren gewisse Krankheiten beim ungeborenen Kind nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können. Es ist z.B. möglich, aus dem Fruchtwasser, aus dem Chorion (spätere Plazenta) oder direkt aus der Nabelschnur Zellen des Fetus zu entnehmen und diese auf bestimmte Gen-Defekte hin zu untersuchen.
Primer
Auch Startermolekül, sehr kurze DNS-Einzelstränge (zirka 20 bis 30 Bausteine), die beim Kopieren (PCR) eines bestimmten DNS-Abschnittes benötigt werden: Zuerst werden die beiden Stränge der DNS getrennt. Dann lagern sich die Primer an die DNS-Einzelstränge. Die so entstandenen, kurzen Abschnitte doppelsträngiger DNS dienen der Polymerase (DNS-Kopierer) als Startstelle, um mit ihrer Arbeit zu beginnen: Sie fügt einen Baustein an den anderen und verlängert so die DNS-Einzelstränge zu DNS-Doppelsträngen.
Prionen
Eine Eiweissform, die Krankheiten auslösen kann, indem sie verwandte gesunde Eiweisse ansteckt und zu einer Umfaltung in krankhafte Formen anregt.
Protein
Protein ist ein anderes Wort für Eiweiss. Eiweisse sind aus Aminosäuren aufgebaute Naturstoffe, aus denen alle Zellen aufgebaut sind. Proteine erfüllen im Körper verschiedenste Aufgaben.
Proteom
Gesamtheit aller Proteine in einer Zelle oder in einem Gewebe. Je nach Lebensphase oder Zustand (krank, gesund) ist das Proteom aus unterschiedlichen Eiweissen zusammengesetzt.
Provitamin A
Vorstufe von Vitamin A (Beta-Karotin) und damit des Sehpurpurs im menschlichen und tierischen Auge.
R
Rekombination
Vorgang, bei dem Gene oder DNS-Abschnitte neu kombiniert werden. In der Gentechnik können gezielt DNS-Abschnitte unterschiedlicher Herkunft (z.B. Gen eines Menschen und Plasmid eines Bakteriums) miteinander verknüpft werden. Die so neu entstandene DNS nennt man rekombinante DNS.
Replikation
Begriff für die Verdoppelung der DNS. Der Doppelstrang teilt sich und wird gemäss dem Prinzip der Basenpaarung wieder aufgefüllt, so dass am Schluss zwei gleiche DNS-Doppelstränge vorliegen.
Resistenz
Schutz von Organismen gegenüber Giften, schädlichen Organismen oder anderen negativen Einflüssen. Beispiele: Viele Plasmide tragen Antibiotika-Resistenz-Gene. Bakterien, in denen solche Plasmide vorkommen, sind geschützt vor den entsprechenden Antibiotika. Oder: Mittels Gentechnik ist es möglich, Gene auf Pflanzen zu übertragen, die ihnen einen Schutz vor Viren, Pilzen, Insekten oder Fadenwürmern verleihen.
Restriktionsenzym
"DNS-Schere". Enzym, das auf der DNS eine bestimmte Buchstaben-Abfolge erkennt und die DNS dort schneidet. Es gibt viele verschiedene Restriktionsenzyme. Jedes hat seine eigene, spezifische Schnittstelle.
Rezeptoren
Eiweisse, die auf Zellen vorkommen und in der Lage sind, ein anderes Eiweiss (= Ligand) zu binden. Rezeptor und Ligand passen wie Schloss und Schlüssel zusammen.
Rezessiver Erbgang
Vererbung von Allelen, die nur als Merkmal erscheinen, wenn sie in doppelter Kopie vorliegen, da sie von dominanten Allelen unterdrückt werden.
Rhesus-Faktor
Eine bestimmte Sorte Eiweisse, die bei manchen Leuten auf den roten Blutzellen sitzt. Diese Personen sind Rh-positiv. Wenn eine Rh-negative Person in Kontakt kommt mit roten Blutzellen, die Rh-Eiweisse tragen, reagiert sie mit der Bildung von Antikörpern. Eine solche Situation tritt ein, wenn eine Rh-negative Mutter schwanger ist mit einem Rh-positiven Baby (das die Eigenschaft vom Vater geerbt hat). Die Schwangerschaft ist meist problemlos, doch bei der Geburt kann Blut des Kindes in den mütterlichen Kreislauf gelangen, worauf die Mutter Antikörper bildet. Für das erste Kind hat dies keine Folgen. Ist die Mutter erneut schwanger mit einem Rh-positiven Kind, können ihre Antikörper durch die Plazenta gelangen und die kindlichen Blutzellen angreifen. Um dies zu verhindern, gibt man der Frau Anti-Rh-Antikörper, sobald sie ihr erstes Rh-positives Kind zur Welt gebracht hat.
Ribonukleinsäure (Abkürzung: RNS)
Bezeichnung für die chemische Substanz, aus der die Gen-Kopien bestehen. Die Gene im Zellkern bestehen aus DNS mit den vier Bausteinen A, T, G und C. Demgegenüber bestehen die Gen-Kopien aus RNS mit den vier Bausteinen A, U, G und C. Das heisst, anstelle des Bausteins Thymin (T) tritt der Baustein Uracil (U).
Ribosom
Die "Fabriken" der Zelle, die Eiweisse produzieren. Die Ribosomen lesen die Gen-Kopie durch und stellen das entsprechende Eiweiss her.
Rote Gentechnologie
Siehe "Gentechnik, rote"







