Eiweisse werden produziert

Im letzten Kapitel habe wir gesehen: In der Zelle befinden sich die Ribosomen. Sie sind die Eiweiss-Fabriken der Zelle. Sie ketten eine Aminosäure nach der anderen zusammen.

Die Aminosäure-Kette faltet sich und fertig ist das Eiweiss (Protein). Wie eine Kette gefaltet wird, hängt davon ab, welche Aminosäuren darin vorkommen. Wissenschafter können Eiweisse „röntgen“ und dann mit Hilfe des Computers Modelle herstellen.

Zellen bestehen aus 77 % Wasser, 14 % Eiweissen und 9% aus DNS, RNS, Salzen, Zuckern und Fetten.

Eiweisse sind Baumaterialien und Arbeiter der Zellen.

Es gibt viele verschiedene Eiweisse. Jedes von ihnen hat eine ganz bestimmte Funktion im Körper zu erfüllen. Ihrer Funktion entsprechend lassen sie sich in Gruppen einteilen:

  • Struktur-Eiweisse: Sie sorgen für die Form von Zellen, Geweben und Organen. Ein Beispiel sind die Glyko-Eiweisse, die in den Zellhüllen vorkommen.
  • Schutz-Eiweisse: Sie dienen der Verteidigung. Ein Beispiel sind die Antikörper, die in den Körper eingedrungene Fremdstoffe und Krankheitserreger binden und auf diese Weise unwirksam machen.
  • Enzyme: Sie machen die grösste Gruppe aus. Sie ermöglichen und beschleunigen chemische Reaktionen. Ein Beispiel ist die DNS-Polymerase, die DNS verdoppelt und repariert.
  • Transport-Eiweisse: Sie können bestimmte Stoffe binden und transportieren. Ein Beispiel ist das Hämoglobin, das in den roten Blutzellen vorkommt und Sauerstoff von den Lungen in die übrigen Körperteile transportiert.
  • Kontraktile Eiweisse: „kontraktil“ heisst „fähig, sich zusammenzuziehen“. Gemeint sind Eiweisse, die für die Bewegung verantwortlich sind. Die zwei wichtigsten sind Aktin und Myosin im Skelettmuskel.
  • Hormone: Sie dienen als Boten- und Regulationsstoffe. Ein Beispiel ist das Insulin, welches in der Bauspeicheldrüse produziert wird und im Blut für die Senkung des Blutzuckerspiegels sorgt.